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Tausengüldenkraut - Ethnobotanik und ihre Verwendung in der Volksheilkunde

wer sie im Geldbeutel mit sich führt, wird nie mehr arm sein. Und wer sie recht zu flechten weiß, kann in der Walpurgisnacht die Hexen auf den Brocken fliegen sehen.

Das Tausendgüldenkraut

Das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) ist eines der Enziangewächse welche bei uns unter Naturschutz stehen. Selten ist sie geworden jedoch früher auf Waldschlägen, dürren, warmen Grasplätzen und Äckern, an Feldrainen und Wegrändern konnte man sie bis zum frühen Nachmittag finden. Nachmittags wenn sie Siesta hielt wurde sie fast nicht mehr gefunden.

Einem Zentauren geweiht…

Will man die komplexe Herkunft der deutschen Bezeichnung Tausendgüldenkraut ergründen, muss man sich einerseits in die Sphären der griechischen Mythologie begeben und andererseits die sprachliche Mentalität unserer Vorfahren nachvollziehen. Die Mythologie der Griechen kannte Wesen mit Pferdegestalt, welche anstelle des Kopfes den Oberkörper eines Menschen trugen. Der berühmteste dieser sogenannten Zentauren (Griechisch: Kentaur) war der jagd- und heilkundige Chiron, der in seiner Höhle viele Heldenjünglinge und Göttersöhne, so etwa Herakles, Achilles, Odysseus, Jason und Asclepias, unterrichtet hat. Zu Ehren dieses menschenfreundlichen Zentauren, den Gottvater Zeus letztendlich in einem Sternbild verewigt hat, wurde sie dem Namen Centaurium versehen.

Hundertgold…

In späterer Zeit und andernorts, wo man den griechischen Zentauren nicht kannte, zerlegte man das vermeintlich lateinische „Centaurium“ in centum (hundert) und aurum (Gold), und vermutete fälschlicherweise den Ursprung des Namens in der hundert Gulden werten Heilkraft der Pflanze. Nun war im Mittelhochdeutschen die Zahl Hundert für übertreibende Zahlbegriffe allerdings nicht gebräuchlich. Diesbezüglich verwendeten unsere Urahnen lieber die Zahl Tausend. Begriffe wie „Tausendfüßler“, oder „Tausendschön“ (für das Gänseblümchen) sowie Redewendungen wie „Tausend Grüße sende ich Dir“ belegen, wie sehr das Volk an diesem Sprachgebrauch hing und so wandelte man das Centaurium letztlich Tausendgüldenkraut.

Altes Naturheilmittel…

Während sie aus den heutigen Arzneibüchern und damit aus der Schulmedizin verschwunden ist, hatte sie in der alten Volksmedizin eine wichtige Bedeutung. „Eine Arznei muss bitter schmecken, sonst taugt sie nichts“, sagte der Volksmund und so griff man bei den diversen Leiden zu dem bitter schmeckenden Kraut, welches während der Blütezeit von Juli bis September zu ernten ist und als Tee aufgebrüht oder in Wein eingelegt wird. Noch heute findet sich diese Medizin in den Rezepturen unserer modernen Naturheilkunde wieder. Während sie vormals vorwiegend als Fiebermittel Verwendung fand, gelten ihre Bitterstoffe als wirksam bei Appetitlosigkeit, mangelnder Magensaftsekretion sowie bei Störungen der Magen- und Darmentleerung.

Nie wieder arm…

Im Zauber- und Aberglauben hatte das Tausendgüldenkraut nicht zuletzt seiner rötlichen Blütenfarbe wegen (daher auch die Artbezeichnung „erythraea“ aus dem Griechischen für „rötlich“) praktische Bedeutung. Dem dort als „Laurin“ bekannten Kraut wurden nämlich wie vielen anderen rotblühenden Pflanzen antidämonische Kräfte zugeschrieben. So kann man etwa mit einem daraus gebundenen Kranz auf dem Haupt in der Walpurgisnacht die Hexen auf ihren Ofengabeln, Besen oder Enten zum Brocken fliegen sehen, ohne dass sie einem etwas anhaben können.

Seinem Namen alle Ehre erweist das Tausendgüldenkraut, wenn man es während des Mittagsläutens pflückt und im Geldbeutel trägt: Dann geht das ganze Jahr das Geld nicht aus.

Text: Wolfgang Stein, Universität des Saarlandes

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